My Skin // Update – Hautarztbesuch

Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich es mal etwas mit Wirkstoffpflege übertrieben habe und daher beim Hautarzt war. Dort kam dann heraus, dass ich meine Haut zu sehr mit chemischen Peelings und Retinol gereizt habe und Couperose bekommen habe. Zusätzlich haben sich durch permanente Reizung meine Leberflecken im Gesicht verändert. Also habe ich alles heruntergefahren und konnte dann jetzt ca. 10 Wochen später zur Nachkontrolle. Über das Ergebnis wollte ich gerne ein wenig berichten.
Ich sollte mind. 4 Wochen auf chemische Peelings und Retinol verzichten und meine Haut mit Pflege gegen Rötungen und Couperose verwöhnen. 
Ich selber habe bezüglich meiner Couperose oder auch der Leberflecken in den 10 Wochen keinen Unterschied bemerkt. Ich habe aber auch nach den 4 Wochen wieder angefangen ab und an gerade auf Pickelchen BHA 2 % aufzutragen und gelegentlich niedriger dosiertes Retinol in Form des Isomers Retiniacin Serums zu verwenden.
Wie gesagt mit meinen bloßen ungeschulten Augen habe ich keine Besserung der Couperose erkennen können.
Meine Hautärztin jedoch schon! Jippiiihh….
Die Leberflecken haben sich beruhigt, lediglich einer ist jetzt nur noch auffällig, den sie weiter im Auge behalten will. Die Couperose sei besser geworden.
Das kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich empfinde es eher so, dass ich mal gute und mal schlechte Tage habe. Manchmal sieht es so aus, als sei die Couperose fast weg und dann am nächsten Tag ist es wieder mehr als je zu vor. Ich denke das hängt von so vielen Faktoren ab, dass man das gar nicht pauschal sagen kann. An dem Tag muss es wohl wieder etwas besser gewesen sein.
Ich wollte nun aber natürlich auch wissen, wie es denn nun weitergehen kann mit meiner Haut. Kann ich wieder chemische Peelings verwenden? Langsam an Retinol herantasten?
Generell kann ich diese Produkte gerne weiter benutzen. Ich soll nur einiges beachten, damit meine Haut nicht mehr „überreizt“ wird. Hier also einmal meine und die von meiner Ärztin gesammelten Anregungen für Wirkstoffpflege bei empfindlicher Haut:
 
1. Wie viel sind Cremes wirklich wert?
Was soll ich sagen? Ich gebe so viel für Kosmetik aus. Bin da kein gutes Beispiel.
Aber Cremes sind eben auch nur Cremes und neben anderen, teilweise invasiven Verfahren, recht wirkungslos. Cremes können keine Wunder bewirken. Sie sind schön, um die Haut zu pflegen und vor vorzeitiger Hautalterung zu schützen. Entstandene Schäden können durch professionelle Verfahren, einfacher, schneller und teilweise kostengünstiger bei Kosmetikern und Dermatologen durchgeführt werden. 3 Jahre chemische Peelings zu Hause können kostenintensiver sein, als ein professionelles tieferes Peeling beim Dermatologen mit deutlich mehr Effekt.
Dazu muss ich sagen, dass meine Hautärztin auch kosmetische Eingriffe vornimmt und eine Laserpraxis hat, ich denke das sagte sie nicht ohne Grund. So gehe ich davon aus, dass diese Aussage nicht ganz uneigennützig und Eigenwerbung war, so nach dem Motto, kommen Sie lieber zu mir anstatt teure Home-Produkte zu verwenden. Aber nachdenken kann man mal drüber.
Auch tragen schlechte Ernährung, Lebensstil und fehlender Sport ebenfalls mehr zur vorzeitigen Hautalterung bei, als dass sich diese Verfehlungen einfach wieder wegcremen lassen könnten.
2. Wie viele Produkte brauche ich?
Überfordert eure Haut nicht mit Schicht um Schicht und Schicht von Produkten.
Tja das muss ich gerade sagen. ich versuche schon zu minimieren und habe auch bereits „Stammprodukte“ die täglich zum Einsatz kommen.
Ich wechsel nicht täglich meine Nachtcreme, Peeling oder Toner. Dennoch gibt es immer wieder neue Produkte, die ja getestet werden müssen. Mein Ziel ist aber auch ganz klar irgendwann mal bei DEM Serum anzukommen oder auch bei DEM Sonnenschutz, einfach das Optimum für meine Haut.
Vermeidet auch überflüssige Produkte. Es gibt Dinge, die nichts tun außer z.B. Feuchtigkeit spenden. Ein reines Feuchtigkeitsserum ist aber unnötig, wenn ihr einfach eine gute feuchtigkeitsspendene Nachtcreme habt, die das bereits erledigt. Das geht natürlich nicht bei allen Wirkstoffen, ein Peeling ist niemals eine Nachtcreme, aber mit dem Gedanken kann man z.B. auch an Toner oder Essencen herangehen.
Oft doppeln sich auch Wirkstoffe in den verschiedenen Produkten. Anstatt ein Toner mit Niacinamid zu haben und dann noch mal eins mit Aloe Vera oder Grüntee drauf, einfach nach einer Kombination suchen.
3. Wie hoch soll die Konzentration, Häufigkeit oder Auftragsmenge sein?
Bei empfindlicher Haut sollte darauf geachtet werden gerade die Wirkstoffkonzentrationen nicht zu hoch zu wählen. Dabei geht es nicht darum mit Gewalt eine Toleranz für 10 % AHA aufzubauen, sondern einfach aufhören, wenn die Haut unangenehm reagiert. Manche Häuter vertragen das eben einfach nicht. Ich verwende keine Glycolsäure mehr, so sehr man auch immer wieder angefixt wird von schönen Bildern via Instagram. Ich vertrage sie einfach nicht. Sie ist zu viel für mich. Ich nutze daher BHA oder Milchsäure lieber. Diese sind milder und haben auch genügend Effekt. Kosten-Nutzen abwägen ist hier ganz wichtig, Den Nutzen, den ich durch Glycolsäure habe, wiegt z.B. eine Couperose für mich nicht auf. Lieber 2 Jahre früher Falten, als diese Äderchen!
Ebenso ist es mit der Häufigkeit. Es muss nicht täglich gepeelt werden! Das, was ein Peeling  gegen Falten überhaupt bewirken kann, ist niemals so hoch, dass sich Irritationen lohnen!
Auch Retinol ist ein schönes Anti-Aging Produkt, kann aber in hohen Dosen irritierend sein. Klar kann man wohl die Haut an immer höhere Konzentrationen gewöhnen, aber, ob das auf lange Sicht sinnvoll ist? Meine Ärztin sagt, es macht überhaupt keinen Unterschied, ob man 0,5 % Retinol oder 1% Retinol verwendet. Der Mehreffekt ist so minimal, dass es sich nicht lohnt die mögliche Irritation in Kauf zu nehmen.
Alles eine Masche der Kosmetikindustrie, um mehr Produkte auf den Markt zu bringen, für jedes Häutchen eben eins, für jeden Geschmack was dabei. Profit!
Und was sie mir noch gesagt hat: Auch wenn wir auf unserer Haut nichts sehen, können Kosmetika Schäden anrichten, die erst viel später auftauchen und sichtbar werden. Ebenso wie bei Duftstoffen können Intoleranzen aufgebaut und Allergien ausgelöst werden, so was muss nicht sofort durch Pusteln sichtbar sein. Auch unter der Hautoberfläche kann es brodeln, ein Pickel ist auch nicht gleich sichtbar, wenn er entsteht!
Ich habe über Jahre ein Ekzem aufgrund von Methylisothiazolinone (Konservierungsmittel) entwickelt, das leider immer wieder kommt. Egal, ob ich diesen Wirkstoff noch nutze oder nicht, die Haut bleibt dauerhaft geschädigt.
Meine Couperose war auch nicht sofort da. Es zeigen sich zunächst vorübergehende Rötungen durch Reize und Irritationen, die wieder verschwinden. Löst man aber häufig Rötungen aus, können sie sich zu Couperose weiterentwickeln. Wie das genau abläuft, könnt ihr hier nachlesen:
Ich versuche daher auch weitestgehend auf reizarme Naturkosmetik umzustellen. Die chemischen Bestandteile mag ich immer weniger. Ellenlange INCI-Listen mit undurchschaubaren Stoffen nerven mich immer mehr und bringen mich dazu, vieles stehen zu lassen, was ich früher gern verwendet hätte.
Auch die Menge des Produktes ist nicht ganz unwichtig. Man kann Kosmetika gerne sparsam anwenden. Nicht umsonst sind Seren hochkonzentriert. Angaben auf Ölen und flüssigen Seren weisen meist 2-3 Tropfen für das gesamte Gesicht aus. Also muss auch eine Nachtcreme nicht Zentimeter dick aufgespachtelt werden. Ausnahme bildet da nur der Sonnenschutz!
Bei Wirkstoffen, die potenziell höher dosiert irritierend sein können (chem. Peeling, Retinol, Vitamin C) sollte man, wenn man wie ich dazu neigt, die Leberflecken aussparen (die können ebenfalls gereizt werden und sehen dann, wie bei mir auffällig aus, z.B. mit kleinen schwarzen Punkten drin), die kann man auch nicht mit Vitamin C verblassen lassen! Das sind keine Altersflecken.
4. Im Zweifel zum Dermatologen gehen?
Ja auch wieder so ein Tipp, der natürlich vom Dermatologen kommt. Der muss ja auch Geld verdienen, aber dennoch, dumm ist es nicht. Es ist wirklich praktisch mal seine Haut analysieren zu lassen. Was habe ich für einen Hauttyp? Was braucht meine Haut im Speziellen? Was kann ich tun, damit die Jugendlichkeit bewahrt bleibt und welche Vitamine fehlen mir vielleicht? Gerade Supplemente zum Einnehmen, können auch einen sichtbaren Effekt auf unsere Haut haben. Mehr noch als Cremes. Ebenso wie mit Nahrung können wir so die Haut von innen heraus stärken.
Was ich für mich mitnehme:
  • Routinen vereinfachen: wenige ausgewählte Produkte
  • Retinol bis 0,5 %
  • keine Glycolsäure
  • 1% BHA, Leberflecken und Couperose aussparen
  • weniger Chemie: mehr auf natürliche Inhaltsstoffe setzen
  • regelmäßige Hautarztbesuche
Zusätzlich wurden mir auch gleich noch zwei Leberflecken entfernt, die verdächtig aussahen. Diese Woche muss ich auch wieder zum Fädenziehen hin und Anfang 2016 dann noch mal Ganzkörper-Krebsvorsorge. 
Bitte denkt dran, euch checken zu lassen! Gerade als Hautliebhaber sollten wir da doch neben den Fältchen ein Auge drauf haben.

Related posts:

My Skin // Update 2 - Hautarztbesuch
COUPEROSE
MY SKIN


Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: